Ein herzliches Hallo an alle Lesenden,
in den letzten 5 Wochen gab es 3 größere Highlights und 2 etwas unerwartete Neuigkeiten. Zum einen ging der Fastenmonat „Ramadan“ zu Ende welches als das malaysische Neujahr gilt. Sogenanntes Hari Raya. Zum zweiten stand mein Geburtstag auf dem Kalender und dieser wurde auch sehr schön gefeiert. Und zu guter letzt habe ich Penang Junior Open gespielt.
Aber erst einmal zurück zum Anfang der letzten 5 Wochen. Da auf Tioman Island ein mittel schwerer (also eher kleiner
) Vorfall mit ca.10 Austauschschülern und ein paar steuerfreien Dosen Bier war und auch Till zu diesen Schülern gehörte, wurden 20 h Sozialarbeit verordnet. Diese mache ich in einem Zentrum für Geistig- und Körperlich behinderte Kinder. Ich sehe das ganze aber nicht als „Bestrafung“ sondern eher als einen Sinnvollen Freizeit vertreib. Da sonst zu Hause nicht all zu viel passiert wäre. Meine Aufgabe ist eine Hauseigene ziemlich verwucherte Chiliplantage wieder auf vordermann zu bringen, so das man sie wieder bepflanzen kann. Dabei sah ich ungefähr so aus…..
und habe und werde noch hier arbeiten….
Da es in den letzen Wochen einige Feiertage gab und auch noch Ferien waren habe ich bis jetzt ca. 16h gearbeitet also hab ich es fast geschafft
<—– 1. Neuigkeit
Und um Zeitlich korrekt zu bleiben kommt jetzt das erste Highlight:)
So ging es am 8.9.10 mit dem Bus ins Nachbarbundesland Perak und am Folgetag zu meiner malaysischen/ muslimischen Gastfamilie. Erst an diesem Tag habe ich erfahren gehabt, dass ich mit denen nach Melaka fahren werde um die Großeltern zu besuchen. Vielleicht werden einige von euch beim namen Melaka stutzen, da die “ Straße von Melaka“ welche eine wichtige Handelsroute zwischen Malaysia und Indonesien ist, doch auch in Deutschland bekannt sein müsste. Das Bundesland Melaka ist ein etwas kleineres mit der gleichnamigen Landeshauptstadt. Da von Melaka aus einmal fast ganz Malaysia regiert wurde und auch sonst eine recht lange und interessante Geschichte hat, hatte ich eine historisch Wertvolle und vor allem schöne Stadt erwartet, da in diversen Büchern davon die rede war. Leider wurden meine Erwartungen nur zum Teil erfüllt. Historisch ja, schön nein. Da an diesem Tag die Temperaturen wieder einmal unangenehm hoch waren, sind mein Gastbruder und ich mit dem Auto durch die Stadt gefahren, da auch vom aussteigen und rumlaufen nicht schöner geworden wäre. Eine weitere Begründung der Faulheit ist, das ich den letzten Tag der Fastenzeit mitgemacht hab. Heißt soviel wie (in meinem Fall) Mitternacht das letzte gegessen, dann bis ca. 9Uhr geschlafen und die eben beschriebene Stadttour gemacht. Da ich das fasten ordentlich machen wollte habe ich von 00.00Uhr bis 19.25Uhr nichts gegessen und getrunken. Wobei zweiteres definitiv schwerer fiel. Am darauf folgenden Freitag morgen wurde Zeitig aufgestanden und Baju Melayu angezogen/getragen, das traditionelle Kleidungsstück. Nach Verabschiedung , Foto….
und der Namenssuche für mich wo am Ende Mohammed Fitri rauskam^^ ging es am späten Vormittag wieder zurück. Dort angekommen gab es eine Reihe von arbeiten zu erledigen wie z.b. Zuckerrohr schneiden und zu Saft pressen und Fische fangen und vor Ort auszunehmen. Weiterhin wurde „Lemang“ zubereitet, was ein traditionelles Hari Raya Gericht ist. 

Dabei werden Bambusstämme mit Bananenblättern ausgelegt, dort wird zu 1/3 Reis hinen getan und einfach mir Kokosmilch aufgefüllt. Das ganze muss so wie auf dem Foto knapp 3h am offenen Feuer stehen und wird von Zeit zu Zeit mit Wasser nachgefüllt. Am Ende isst man einen recht fettigen und klebrigen Reis, welchen man mit nahezu allem essen kann. So z.b. habe ich es am morgen mit Honig und am Abend mit fleisch und Curry gegessen, da ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Am Sonntag Morgen fuhr ich mit Bus und Fähre zurück nach Penang und es ging fließend ins nächste Highlight über, was da hieß Penang Junior Open. Dies ist ein Badminton Turnier welches für Bewohner des Bundeslandes Penang ist. Weitere Grund das ich starten durfte, war, das es ein privat organisiertes Turnier ist. Ich habe vorher schon versucht an Turnieren teilzunehmen, aber ohne Erfolg, da diese von der Regierung organisiert waren und damit ausschließlich für malaysische Staatsbürger zugänglich ist. Damit war die Vorfreude auf das erste Turnier in der fremde noch umso größer. Es ging also am selben Tag (Sonntag) Abends 19Uhr los mit der ersten Runde Einzel, die ich nach recht schweren Spiel gegen einen Schulkameraden gewinnen konnte. Am Montag Abend gings weiter mit der 2. Runde Einzel. Dieses Spiel habe ich gegen einen letztjährigen u18 Top-3-Spieler nach 45min und 3 Sätzen knapp verloren. Nach einer 25min Pause ging es weiter mit Doppel welches ich mit meinem Klassenkameraden nach guten Spiel auch in 3 Sätzen verlor. Da ich 2 von 3 Disziplinen verloren hatte gab es am Dienstag einen freien Tag für mich. Am Mittwoch dann gings mit einigem Muskelkater zum Mixdoppel. Da standen die Chancen für ein weit kommen am besten, aber mit einer nicht komplett fitten, etwas demotivierten und vor allem Doppel und Einzel spezialisierten Partnerin wurde dieses Unternehmen sehr schnell zum Stillstand gebracht und zwar mit einer Glasklaren Niederlage. Man sollte nach dazu sagen, das Mixdoppel einen sehr geringen Stellenwert in Malaysia hat und deshalb so gut wie nie trainiert wird. Trotz dieser eher weniger Erfolgreichen Statistik waren sehr gute Spiele dabei und es hat SEHR viel Spaß gemacht! (: Hätte ich es ins Finale geschafft, welches am Donnerstag gewesen wäre, hätte ich mir mein wahrscheinlich schönsten Geburtstagsgeschenk machen können. Hätte, wenn und aber…..Fakt ist ich hab es nicht und deshalb wurde am 16.9. keine sonderlich Sportlichen Aktivitäten unternommen es wurden nur die Stimmbänder etwas beansprucht. Aber zuerst wurde lecker in einem italienischem Restaurant mit der Familie Mittag gegessen. Nach einem Ständchen und extra Stück Kuchen schafften mich meine Eltern zu einer der vielen Malls in welcher alle weiteren Aktionen des Tages passieren sollten. Diese waren zum einen ein Kinobesuch mit 2 Freunden und danach wurde mit einem sehr guten Freund zusammen in einer Karaokebar noch etwas weiter gefeiert. Da dieser nur 2 Tage später Geburtstag hatte und hier die Leute nur vorfeiern und nie nach feiern bot es sich sehr gut an. Alles in allem war es ein sehr gelungener Geburtstag.
Nur 2 Tage nach diesem sehr schönen Tag gab es eine sehr unerwartete Veränderung. Da mein Gastbruder seine sehr, sehr wichtigen Prüfungen hat, meine Gastschwester wieder da ist-> nun volles Haus, wurde ich gebeten für die Zeit der Prüfungen zu meiner Tante zu gehen. Da ich jedoch kommenden Freitag (24.9.-8.10.) zu zu den Ureinwohnern gehe und es danach nur noch 5 Wochen Schule sind und da ich die Ferien sowieso zu meinem Freund ziehen werde, da mein Familie in Taiwan sein wird, gehe ich direkt zu der Familie. Ohne vorher für 5 Wochen noch einmal zurück zu gehen um dann nochmal mit meinen Gesamten Sachen wieder zu meinem Freund zu gehen. Also wurde ein mal Reisen eingespart. Es ist die selbe Familie bei der ich auch schon zur Zeit, wo meine Großmutter gestorben ist für 1 Woche gewesen bin. An sich hab ich etwas ungewollt die Familie gewechselt, aber es ist ok, da ich weiß wie die andere Familie ist und ich auch weiß das die Zeit dort auch toll wird und noch viel erleben werde.
Wie gerade erwähnt ist die nächste sehr interessante Unternehmung mein Kurz-Zeit- Austausch 2 Wochen zu den Ureinwohnern von Malaysia, den Orang Asli.
Das waren alle wichtigen Geschehnisse der vergangenen Wochen. Danke nochmal fürs lesen.
Till

…das ist mein malaysischer Gastbruder und ich, beide mit Baju Melayu.

…das Bild habe ich auf einem recht interessanten Markt gemacht, auf dem glaube ganze Kühe geschlachtet und dann verkauft wurden. Also man konnte auch die Hörner oder den Schädel bekommen wenn man das wollte.
20/09/2010
Kategorien: Uncategorized . . Autor: tillborsdorf . Kommentare: 3 Kommentare